Influencer-Marketing: Hype, Gag, Abzocke oder doch ein starkes Instrument?

Influencer-Marketing: Am Anfang sahen Marken darin das Allheilmittel und Influencer das große Geld.

Verena Schwarzinger
Content Managerin

Mittlerweile hat sich ein gewisser Pragmatismus breitgemacht. Zusammengefasst gibt es heute jene,

  • die es probiert haben und es nun nicht mehr tun (in den meisten FĂ€llen, weil sie das Instrument nicht richtig angewandt haben).
  • Dann jene, die darĂŒber immer noch nachdenken, aber sich ĂŒber Influencer-Marketing nicht drĂŒbertrauen, weil es „vielleicht doch nicht zu ihnen passt“ oder „weil nicht klar ist, wer, wie, wann, wie lange usw.“.
  • Und dann gibt es jene, die Influencer-Marketing in ihre Marketingstrategie integriert haben. Denn diese Form des Marketings hat sich professionell am Markt etabliert und auf beiden Seiten zu einer seriösen Werbe- bzw. Kommunikationsform entwickelt. 

Was ist dieses Influencer-Marketing nun?

Meinungsbildner, sogenannte Influencer, sind Personen, die sich in ihren Communities herumtreiben - das können vor allem Social Media Netzwerke sein, aber auch die gute analoge Welt hat ihre Influencer ĂŒber Print oder z.B. VortrĂ€ge, Events, etc. Diese Influencer haben mit ihrem Tun und ihren Meinungen Einfluss auf Entscheidungen ihrer Follower bzw. AnhĂ€nger. Denn kaum eine Zeit heischte nach mehr Vorbildern und "Role Models" als die heutige. 

Übrigens: Influencer ist nicht gleich Influencer. So kann in Blogger, Social Media Influencer und Journalisten und Redakteure unterschieden werden. Ja, auch klassische Medien sind Meinungsbildner - das lassen hippe Digitals gerne einmal links liegen.

Blogger: Sie fĂŒhren einen eigenen Blog wie ein Tagebuch, das sich intensiv mit einem oder mehreren Themenbereichen von Lifestyle bis Reisen, Kulinarik oder Kinder beschĂ€ftigt.

Social Media Influencer: Sie haben eine große Fangemeinde auf Facebook, sind bekannte YouTuber oder Instagram-BerĂŒhmtheiten. Erfolgreiche Influencer können da eine Follower-Anzahl in hohen fĂŒnf-, sechs- oder gar siebenstelligen GrĂ¶ĂŸenordnungen aufweisen. Da geht dann bezĂŒglich Reichweite und Vermeidung von Streuverlusten die Post ab!

Journalisten und Redakteure: Ja und bekannte Persönlichkeiten der Printmedien waren eigentlich Influencer der ersten Stunde, auch heute haben sie noch Power, das sollte man nicht unterschÀtzen bzw. vergessen.

Um diese Millionen an AnhĂ€nger, die die unterschiedlichsten Influencer aufweisen, auch fĂŒr ein Unternehmen oder fĂŒr ein Produkt nutzen zu können, bieten diese immer wieder Kooperationen an. Andere – gerade Medienvertreter – stehen fĂŒr objektive und nicht kĂ€ufliche Positionen. Hier ist man mit einer professionellen Medienarbeit bzw. Influencer Relations am besten unterwegs.

Doch wie kommt man ĂŒberhaupt als Unternehmen zu „seinem Influencer“?

GrundsĂ€tzlich gilt hier: PrĂŒfe wer sich (ewig) bindet!

Meinungsmacher mĂŒssen zur Philosophie und zu den Markenwerten des Unternehmens passen. So steht jeder Konzern fĂŒr bestimmte Produkte oder spezielle Leistungen, fĂŒr QualitĂ€t und Werte. Fragen, die Sie sich stellen sollten: WofĂŒr steht diese Person? Gehen die Ansichten in dieselbe Richtung? Gibt es eine Ă€hnliche Zielgruppe? Also bitte mögliche Partner unter die Lupe nehmen, AktivitĂ€ten, Postings im Social Net verfolgen, BlogbeitrĂ€ge und weitere Veröffentlichungen lesen – so finden Sie den sinnbildlich passenden Deckel der auf den Topf passen soll.

Vor allem das Thema der Ă€hnlichen Zielgruppe muss gut recherchiert sein. Es ist schon toll, wenn Influencer unzĂ€hlige Fans bei Instagram haben oder GrĂ¶ĂŸen bei YouTube sind. Doch all dies ist fĂŒr Ihr Unternehmen letztlich irrelevant, wenn sich Ihre Zielgruppe dort nicht herumtreibt. Die Zusammenarbeit braucht daher als oberste Voraussetzung eine Ă€hnlich definierte Zielgruppe, um Vertrauen und LoyalitĂ€t zum Unternehmen, zum Produkt und auch zum Infuencer aufzubauen.

Und wie lernt man diese Influencer nun kennen?

Ein proaktives Influencer-Marketing lebt vom Networking, also doch wieder back to the roots. Am besten sind persönliche GesprĂ€che zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen man sich zwanglos austauschen und einmal kennenlernen kann. Gutes Netzwerken braucht auch Zeit und gelingt nicht von heute auf morgen. Denn entschließt man sich gegenseitig zu einer Kooperation und Partnerschaft, geht der Prozess des Storytellings erst richtig los.

Und nicht vergessen: Was können Sie dem Meinungsbilder als Gegenleistung bieten? Denn eine funktionierende und auch erfolgreiche sowie nachhaltige Influencer-Marketing-Strategie wird nur gelingen, wenn sich fĂŒr beide Seiten eine Win-Win-Situation ergibt.
Zusammengefasst: Influencer betreiben klassisches Empfehlungsmarketing, meist in Form einer digitalen Mundpropaganda. So ist nicht das Unternehmen, sondern der Influencer der Absender der Werbe- bzw. Marketingbotschaft. Dadurch wird diese oftmals nicht direkt als Werbung wahrgenommen, sondern vielmehr als Empfehlung eines „neutralen“ Dritten, „der es ja wissen muss“.

In einigen Branchen haben Influencer einen ĂŒberdurchschnittlich großen Einfluss auf die Vermarktung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, aber auch auf die Positionierung von Unternehmen und Marken. Vor allem der Fashion- und Beauty-Bereich, aber auch Lifestyle, Travel, Fitness und Food sind stark „infizierte“ Themenbereiche. Aber Achtung: Ihrer kann der nĂ€chste sein! Denn die Felder des Influencer-Marketings werden immer weitlĂ€ufiger – und wichtiger.

 

@pexels