Qualitative Info statt InfomĂŒll

Warum KISS hilft, eine Presseaussendung richtig zu gestalten! Auch wenn die Band KISS immer gut fĂŒr eine Meldung in den Nachrichten ist, hat die erfolgreiche Glamrockband der 70er Jahre nichts mit der KISS-Formel zu tun, die dabei hilft, eine Presseaussendung zu einer qualitativen Information und damit zu einer relevanten Nachricht zu machen.

Bettina Jaksch-Fasthuber, MSc
Senior Consultant

KISS steht hier fĂŒr „Keep it short and simple“ und ist eine der wichtigsten Formeln zur Erstellung von qualitativ hochwertigen und relevanten Presseinformationen. Einfach und leicht zu lesen, aber informativ und relevant zu bleiben ist also das Geheimnis von KISS.

Warum ist KISS so hilfreich?

Journalisten schreiben und sprechen in der Regel so, dass die Nachricht auch von 14-JĂ€hrigen verstanden wird. Fachchinesisch ist in der Medienwelt nicht gefragt. Je leichter verstĂ€ndlich auch komplizierte Sachverhalte dargestellt werden, desto besser. Im Zentrum jeder Überlegung zum Schreiben einer Pressemeldung sollte daher immer stehen, was all diese Informationen fĂŒr den Zuhörer, Zuseher und Leser bedeuten, also: Welche Bedeutung, welche Relevanz hat unser Tun fĂŒr die Allgemeinheit bzw. die Zielgruppe? Formuliert mit einfachen Worten ist die Antwort auf diese Frage meistens genau das, was der Journalist braucht. Ausnahme sind hier, zumindest was das VerstĂ€ndnis von Fachbegriffen betrifft, die Fachmedien der einzelnen Branchen und Bereiche! Hier können Themen auch komplexer sein, sollten aber trotzdem immer so aufgebaut werden, dass es kein besonders Vorwissen braucht, um die Info zu verstehen!

Presseinformation leicht gemacht

Kurz, knapp, prĂ€gnant, informativ, ĂŒbersichtlich und dabei trotzdem leicht zu lesen soll sie also sein, die Presseinformation. Was es bei der Erstellung einer Presseinformation zu beachten gilt, haben wir hier zusammengefasst:

Ausgangspunkt jeder Presseinfo sind grundsĂ€tzlich immer die sieben „W“:

Wer, Was, Wann, Wo, Welche Quelle (Immer angeben, wenn Zahlen), Wie, Warum?

Hat man die sieben „W“ beisammen, bleibt der Feinschliff:

  • Klare eindeutige Botschaften formulieren, nicht ĂŒberfrachten (Nur ein Thema pro Presseinfo) („KISS“)
  • Keine FachausdrĂŒcke, und wenn sie doch notwendig sind, immer erklĂ€ren bzw. versuchen, anders auszudrĂŒcken („KISS“)
  • Nicht lĂ€nger als zwei A4-Seiten (ohne Fotos)
  • Sachliche, einfache Sprache ohne Superlative verwenden
  • „Wir, ich, uns“ nur in Zitaten verwenden, ansonsten immer im Namen von „Firma xy“ oder „Verein yz“ schreiben, so wie es Journalisten auch tun
  • AussagekrĂ€ftigen, nicht zu langen Titel wĂ€hlen
  • Untertitel liefern weitere wichtige Detailinformationen
  • Vorspann bzw. Lead, in dem alle wichtigen Informationen kurz zusammengefasst sind (kann auch als Kurzmeldung alleine stehen)
  • Zwischentitel zur Auflockerung verwenden
  • Namen und (wichtig!) Funktionen angeben
  • AussagekrĂ€ftige Bilder verwenden, die die Botschaft visuell untersteichen
  • Bilder immer mit Bildhinweisen bezĂŒglich Nutzungsrechte versehen
  • RĂŒckfragehinweis mit Kontaktdaten

Eine Erfolgsgarantie gibt es selbst fĂŒr die professionellste Presseaussendung, die nach allen genannten Empfehlungen erstellt wurde, leider trotzdem nicht. Der Erfolg hĂ€ngt von vielen Faktoren ab, die man nicht beeinflussen kann. Tagesaktuelle Themen haben bei Medien natĂŒrlich immer Vorrang. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Interessante Presseaussendungen werden von Redakteuren fĂŒr ruhigere Zeiten mitunter aufgehoben, Presseunterlagen zu PressegesprĂ€chen werden auch verwendet, wenn Journalisten nicht vor Ort dabei waren.

Gerade in der PR gilt es, bei den Journalisten in den Köpfen verankert zu sein, als Ansprechpartner, als Experte etc. Jede Presseaussendung, auch wenn sie nicht unmittelbar zu einer Veröffentlichung fĂŒhrt, dient langfristig diesem Verankern und kann zu tollen, eigenrecherchierten Geschichten der Journalisten fĂŒhren!