Interne Kommunikation – Todfeind oder Lieblingsprojekt

Verena Schwarzinger
Senior Content Managerin

Jeder Mensch kommuniziert – bewusst und unbewusst - mit anderen Menschen, in der Partnerschaft und Familie, im daily business, egal in welcher Konstellation. Doch obwohl oder gerade weil Kommunikation alltĂ€glich ist, wird sie (von Entscheidern) oftmals strĂ€flich unterschĂ€tzt.

In Unternehmen ist Kommunikation kein „nice to have“, sondern ein grundlegender Erfolgsfaktor. Und da meine ich nicht nur die Marketing- und Vertriebskommunikation, sondern beispielsweise das oftmalige Stiefkind „interne Kommunikation“. Je mehr Mitarbeiter in einer Firma arbeiten, desto essenzieller wird ein konsequenter Informationsaustausch, damit alle Mitarbeiter nicht nur die fĂŒr sie notwendigen Infos haben, sondern auch die notwendigen Zielsetzungen, die stabilisierenden Ausrichtungen und nicht zuletzt das RĂŒstzeug, um selbst zu Botschaftern des Unternehmens und der Marke zu werden.

©pexels

Die interne Kommunikation fungiert dabei quasi als Bindeglied zwischen allen Ebenen und Funktionen des Unternehmens, um Kernbotschaften weiterzutragen. Wesentliche Ziele einer aktiven Kommunikation sind also nachhaltige Bindung, Orientierung und positiver Austausch. Dies dient zur Imagebildung, StĂ€rkung der Position in der Branche und am Markt, aber eben auch dazu, Mitarbeiter zu motivieren, zu binden und neue potenzielle Mitarbeiter zu finden. Denn Mitarbeiter, die positiv von ihrem Unternehmen nach außen hin kommunizieren, sind die besten Markenbotschafter, die man sich vorstellen kann. 

Doch wie, wann und was soll man den Mitarbeitern nun immer sagen? Die grĂ¶ĂŸten Herausforderungen der internen Kommunikation sind nach dem aktuellen Trendmonitor 2019folgende:

ALLE Mitarbeiter mit Botschaften erreichen: Vor allem in Produktionsbetrieben ist oftmals die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht an einem Computerarbeitsplatz und kann daher nicht via Mail-Newsletter oder Intranet erreicht werden.

Mitarbeiter zur Partizipation bewegen: Kollegen informieren ist eine Sache, diese aber dann auch zu animieren, sich aktiv zu beteiligen, eine ganz andere.

Veraltete technische Infrastruktur oder sonstige technische HĂŒrden: Das Intranet funktioniert nur eingeschrĂ€nkt, Berechtigungen fĂŒr gewisse Ansichten fehlen und/oder es gibt keine Systeme und Programme, um zu kommunizieren.

Relevante Inhalte identifizieren: Was mĂŒssen oder auch sollen Mitarbeiter wissen und was nicht. Dies zu unterscheiden braucht FingerspitzengefĂŒhl und FĂŒhrungsqualitĂ€t.

Neue KanÀle machen interne Kommunikation ...?

Vollenden Sie den Satz fĂŒr sich. Verhelfen neue Infrastrukturen zu einer besseren Kommunikation oder doch eher nicht? Und sind digitale Tools wirklich die Lösung?

Eine große Bedeutung haben mobile Apps, die immer mehr zum Trend werden. Vor allem die große Reichweite, die damit ausgespielt werden kann, ist ausschlaggebend zur EinfĂŒhrung. Insbesondere fĂŒr Organisationen und Unternehmen mit einem großen Anteil an Mitarbeitern ohne festen PC-Arbeitsplatz. Denn neben dem Tool selbst können so auch die individuellen mobilen Kommunikationsgewohnheiten der Mitarbeiter zur Erhöhung der Reichweite genutzt werden. Eine essentielle Rolle spielt laut einer Studie beinahe fĂŒr 90 Prozent der Befragten immer noch das persönliche GesprĂ€ch. Kein Wunder, es ist auch eines der stĂ€rksten Kommunikationsmittel – wenn man es richtig verwendet. Und es wird wenig ĂŒberraschend auch als sehr wichtig seitens der Mitarbeiter empfunden. Gleich danach folgt in der EinsatzhĂ€ufigkeit das Intranet, dieses wird jedoch von den Mitarbeitern vergleichsweise als spĂŒrbar weniger wichtig erachtet.

 

1 SCM Trendmonitor 2019: Interne Kommunikation